Dienstag, 2. Mai 2017

Lehe verpennt jeden Trend .....

In Lehe brennt es fast jeden Tag,
in Lehe kommt es fast jeden Tag zu Überfällen,
in Lehe stehen immer mehr Wohnungen leer
in Lehe wird die Armut immer größer statt kleiner
in Lehe wird alles schöngeredet, aber es verändert sich nichts wirklich.

Ich habe vor langer Zeit schon gesagt, Lehe braucht ein Begegnungszentrum,
ich habe vor langer Zeit schon gesagt, es braucht den Pausenhof als Festival-Veranstaltungsplatz,
ich habe vor langer Zeit gesagt, auf dem Kistner-Gelände sollte eine Markthalle entstehen,
ich habe vor langer Zeit gesagt, auf dem Kistner-Gelände sollte auch Kultur stattfinden
ich habe vor langer Zeit gesagt, dass man die Eigentümer in Lehe fördern müßte und nicht nur die Gesellschaften.

Alles wurde immer mit der Antwort: "In Lehe geht das nicht" heruntergebügelt oder die bessere Antwort: "Mach es doch selber". Nun sieht man, dass alle diese Dinge in einem anderen Stadtteil
gehen:

Im Fischereihafen hat man mit dem Schaufenster Fischereihafen alle Dinge auf einmal geschafft.
Dort kommen Touristen in Massen hin,
dort kommen Einheimische in Massen hin,
dort finden Märkte statt, obwohl wir den Neumarkt haben (eine Antwort, die ich immer bekam, wenn ich einen neuen Markt in Lehe gefordert habe),
dort findet Kultur statt, die gut besucht wird von Fremden und Einheimischen
und die Gewerbetreibenden im Fischereihafen werden bei allen ihren Projekten gefördert und unterstützt.

Also, da muss ich doch zu dem Ergebnis kommen, dass Lehe irgendwas falsch läuft.  Die Antwort, die ich jetzt schon höre ist: Aber da ist ja auch genug Industrie angesiedelt. Ja, das stimmt, aber die Industrie war nach dem Sterben des Fischfangs auch schon ziemlich am Ende und trotzdem hat man sich zusammengetan, einen Manager eingestellt und der hat von Anfang an super gearbeitet und das ganze Projekt (für das am Anfang auch keiner einen Cent verwettet hätte), sehr gut zum Laufen gebracht.


Kommentare:

Träumerle Kerstin hat gesagt…

Man spürt mit jeder einzelnen Zeile, dass du dich Lehe sehr heimatverbunden fühlst. Aber leider rennt man oftmals sprichwörtlich mit dem Kopf gegen die Wand und kann nichts bewirken.
Liebe Abendgrüße von Kerstin.

Peter Müller hat gesagt…

Du sprichst mir aus dem Herzen.

Peter

Weserkrabbe hat gesagt…

@Peter Müller: Danke Peter, das sehen aber bestimmt viele anders. Aber mich nervt es doch inzwischen, dass die vielen Gespräche, die man auch mit der Politik geführt hat, im Grunde nichts bringen. Und wie gesagt, die Antwort: "In Lehe geht das nicht", bekomme ich immer wieder.

liebe Grüsse
Brigitte

Peter Müller hat gesagt…

Liebe Brigitte,

in der ärmsten Stadt dieser schönen Republik, einen verslumten Stadtteil wie Lehe sanieren zu wollen, das bedeutet, glaube ich, mehr als dicke Bretter bohren. Ich habe auch kein Konzept. Von hier aus mit Abstand beobachte ich ein durchwachsenes Bild von Lehe. Einerseits das Alte, aber auch der Abbruch
von Slumhäusern, aber auch viel Neues (Cafes und Restaurants)
Wahrscheinlich erwartest Du zu Recht mehr Unterstützung und Geld von der Stadt. Ich bin im September 2015 mit dem Fotoapparat und mit dem afz
in Lehe unterwegs gewesen.
Der Eindruck war durchwachsen.
Angst hat mir die Armut gemacht, aber auch einige Gestalten.
Ich wünsche Dir Durchhaltevermögen, Geduld, Kraft

Viele Grüße

Peter

Weserkrabbe hat gesagt…

@Peter: Dankeschön Peter, die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht wird es ja doch noch irgendwann ein angesagter Stadtteil, der nicht nur mit Negativ-Schlagzeilen glänzt.

lieben Gruß
Brigitte

Marlies hat gesagt…

Wenn ich durch die Hafenstraße gehe, glaube ich, im "Morgenland" zu sein! wier aus dem "Abendland" sind kaum noch vertreten, darum fahre ich lieber mit dem Auto, als zu Fuß zu gehen!In letzter Zeit gab es zu viele Überfälle!!!!!
Schönen Sonntag, liebe Brigitte, heute scheint ja direkt mal die Sonne.
Gruß Marlies

Peter Müller hat gesagt…

Hallo Brigitte,
ich muss Marlies leider Recht geben. Wenn ich das letzte Mal in der Hafenstraße unterwegs war, kamen mir viele dunkelhäutige Ausländer entgegen oder auf der anderen Straßenseite. Und man fragt sich unwillkürlich, ist das noch mein Land? oder auch nicht.
Ist Lehe noch zu retten?
Lohnt sich der Kampf in der Stadtteilarbeit?
Vielleicht sind ja auch viele Politiker ähnlich enttäuscht wie Du und
haben schon aufgegeben.
Armut produziert Kriminalität das zeigt auch Lehe.

Peter