Mittwoch, 23. Februar 2011

zu Guttenberg ....

meine Meinung zu diesem Thema ist folgende:

Ja, es ist eine Hetzjagd der Opposition auf ihn eingeleitet worden, was zwar nicht schön, aber durchaus in der Politik üblich ist. Damit muß jeder rechnen, der sich auf diesen Job einläßt. Und nun haben sie gefunden,  was sie suchten, nämlich den schwarzen Fleck auf der sonst so weißen Weste. Und auch damit muß jemand rechnen, der so einen Posten bekleidet. Was würden wir denn alle sagen, wenn uns dieser Mann unsympathisch wäre, wenn es nicht so ein Strahlemann wie zu Guttenberg wäre? Wenn es z.B. unserer Kanzlerin Angela Merkel passiert wäre, die ja nun nicht unbedingt das Strahlekind der Partei ist.? Oder wie hätte das ganze Parlament gewütet, wenn es ein ganz Rechter oder ganz Linker gewesen wäre, den sie gerne aus dem Parlament raus haben wollten? Das ist die Frage, die ich mir gestellt habe und da bin wieder der gleichen Meinung, die ich auch schon zum Kässmann-Fall geäußert habe. Wenn ich in so einer Position bin, wo ich Vorbildfunktion ausübe und andere mir Untergebene in so einem Fall  mit Konsequenzen wie Entlassung zu rechnen hätten, dann kann ich diesen Job nicht mehr ausüben. Jedenfalls dann nicht, wenn ich Rückrat habe und mir meiner Verantwortung bewußt bin. Es wäre sicherlich ein klügerer Zug gewesen, seinen Rücktritt anzubieten. Und auch das Gebahren der CDU/CSU zeigt mir nur, wie scheinheilig und moralisch verwerflich sie in dieser Affäre handeln. Nur weil sie eine sog. "Lichtgestalt" und ein Zugpferd ihrer Partei verlieren könnten, reden sie alle Verfehlungen schön. Für mich ist das abscheulich.

Kommentare:

Elke hat gesagt…

Ich seh das anders. Wir haben doch schon viel zuviele Politiker und Manager erlebt, die eben nicht das Rückgrad gezeigt haben auch in solchen Situationen ihre tatsächlich wichtige Arbeit weiter zu machen. Rücktreten ist doch so einfach und schon lange in Mode. Es kann niemandem nützen, wenn zu Guttenberg nun auch wieder alles hinwirft. Das kostet uns alle nur wieder jede Menge Steuergelder. Ihm auf die Finger gucken - ja, dafür bin ich auch - aber den Verteidigungsminister wechseln wegen dieser blöden Dissertation, nein dafür bin ich nicht. Schließlich hatten wir schon einen Außenminister (von der SPD!), der in den späten Sechzigern als Revoluzzer Steine geworfen hat. Und wer weiß, wie viele andere Minister in Deutschland bei ihren Dissertationen abgeschrieben haben? Wollen wir die nun alle überprüfen lassen? Wie viele Doctores honoris causa haben wir in der Politik, die so honorig nie waren? Zu Guttenberg hat definitiv Mist gebaut, aber man sollte das nicht überbewerten, zumal er diesen Titel nie heraus gekehrt hat. Und ich finde, wir haben viel wichtigere Tagesthemen. Was beispielsweise werden wir tun, wenn das Öl aus den arabischen Staaten nicht mehr fließt? Diese Frage brennt mir viel mehr unter den Nägeln.
Lieben Gruß
Elke

Anonym hat gesagt…

Norbert aus Maintal:
ich habe mir heute die Aktuelle Std. im " Hohen Hause " angesehen. Es ist schon von den Mitgliedern im Bundes-
tag scheinheilig nicht von einer Hetzkampagne zu sprechen, denn im Gegensatz zu viel wichtigeren Debatten im Bundeshaus waren diesmal die Plätze sehr gut besucht. Sonst konnte man die Abgeordneten einzeln per Handschlag begrüßen. Herr Großkotz Trittin sprach sogar sarrogant wie immer das 1.Mal v.Gutenberg mit Dr. an. Das sagt ja schon alles.
Gruß Nobert

Maxxie hat gesagt…

Nicht "den Verteidigungsminister wechseln wegen dieser blöden Dissertation" und der geistigen Klauerei, sondern wegen seiner Art, damit umzugehen und seiner öffentlichen Lüge dazu.
Erst abstreiten (eindeutig: gelogen), dann ein bisschen zugeben, dann ein bisschen den Dr.-Titel vorübergehend zurückgeben - und erst, als es gar nicht mehr anders geht, Rückgabe des Titels (um weiteren Ermittlungen wegen Betrugs zuvorzukommen).
Nur weil er so ein Strahletyp ist, steht er noch lange nicht über dem Gesetz. Und gerade weil er sich immer so konsequent als aufrichtig und wahrhaftig ausgegeben hat und bei anderen Verfehlungen krass geahndet hat, müsste er zurücktreten, wenn er noch in den Spiegel schauen will - aber damit hat er ja offensichtlich keine Probleme. Na ja, bei *der* Rückendeckung von ganz oben ...
LG
Maxxie (ehemals Guttenberg-Fan)

Brigitte hat gesagt…

Liebe Brigitte,

da sind wir wirklich einer Meinung!

Wer jemals miterlebt hat, wie schwierig und zeitaufwändig es ist, eine Diplomarbeit oder Dissertation zu verfassen, der wird das auch nicht als unwichtig abtun. Es ist eine richtig, schwierige Arbeit und nur wer sie selbst verfasst hat etc., der hat auch die Berechtigung, Titel zu führen.

Was mich nervt, war nun weniger der Umgang in Berlin, das war schon immer so. Und sorry, es hat ja auch gestimmt. Ich kann es nur nicht ausstehen, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird. Jeder Andere, der das so gemacht hätte, hätte die Konsequenzen tragen müssen. Die Mehrzahl des Volkes liebt seine Lichtgestalt. Ist doch nicht so schlimm, wir sind doch alle kleine Betrügerlein. Ich kann das nicht mehr hören.

Es gibt Regeln, nach denen hat man sich zu richten, sonst ist man ganz simpel unglaubwürdig.

Frau Käsmann, die zeigte Charakter!

Und interessieren würde mich schon auch noch, ob sich das z. B. Herr Dr. Westerwelle hätte auch erlauben dürfen. Da bin ich stark im Zweifel.

Aber vielleicht kommt ja dem Herrn Minister noch, dass man ihn nun als Vorgesetzten eigentlich nicht mehr ernst nehmen kann.

Lieben Gruss, Brigitte

Anonym hat gesagt…

Norbert aus Maintal nochmals dazu
wie ich bereits gestern geschrieben
habe sieht man bereits 1 Tag später
im Bundestag bei der Aussprache über
wichtige Themen, daß ca. 80 % !!!!!
weniger Abgeordnete anwesend sind.
Es ist schon eine Frechheit und da
sind man die Verlogenheit der Ab-
geordneten. Es ging Ihnen gestern
nur um den Kopf von Gutenberg.
Gruß Norbert

Hella hat gesagt…

Liebe deutsche Freunde,

vermutlich sind Eure und unsere "Lichtgestalten" nur Glühwürmchen! Seht zu uns nach Österreich, wo der "schönste und beste" aller Finanzminister, Grasser auch gemeint hat, dass Regeln und Gesetze nicht für ihn gelten. Zuerst empört abgestritten, dann ein bißchen was zugegeben - man nennt das "Flucht nach vorn" und nun, wo man Millionenkonten in der Schweiz findet,redet er von "Schmutzkampagne", wirft empört sein glanzgespültes Haar nach hinten und verschwindet mal vorerst von der Bildfläche.....