Dienstag, 16. Juni 2015

Was ist zur Zeit nur in unserer Welt los und was ist mit uns (mir) los?

Jeden Tag neue Berichte über die Flüchtlinge aus Afrika, Syrien, Bulgarien und sonstwo auf der Welt. Schreckliche Bilder wie sie über die Meere nach Italien, Griechenland oder  sonstwie nach Europa kommen. Daneben wieder Bilder vom Luxus, in dem wir tagtäglich schwelgen (Shopping-Queen u.ä. Sendugen), Bilder und Zahlen von unserer Wegwerfgesellschaft. TV-Sendungen, die uns täglich zeigen wie uns die Lebenmittelhersteller betrügen. Wenn ich das alles sehe, frage ich mich immer wieder, ja und was lernen wir daraus? Verändern diese Sendungen tatsächlich etwas? Lernen wir daraus und verändern wir auch etwas in unserem Leben?  Ich schaue mir diese Berichte an, kriege ein total schlechtes Gewissen über mein "Luxuxleben", was natürlich immer relativ ist, aber gegenüber dem Elend von den Flüchtlingen empfinde ich es so und so richtig ändern tue ich trotzdem nichts. Klar, ich bemühe mich schon ein bisschen mehr,  darauf zu achten was ich einkaufe, wofür ich mein Geld ausgebe und auch in Sachen Ernährung versuche ich mich ein bisschen auf die gesunde Ernährung einzuschiessen. Aber so richtig gelingt mir das nicht. Ich falle immer noch auf viele Werbefallen rein, gebe Geld für unnütze Sachen aus (was ich natürlich immer erst hinterher feststelle) und den Weg zur Flüchtlingshilfe hier in unserer Stadt habe ich auch immer noch nicht gefunden, obwohl ich es mir immer wieder fest vornehme und auch schon genug Dinge aussortiert habe, die ich dort abgeben will. Natürlich weiß ich, dass ich da dann auch irgendwann wirklich hingehe, aber es dauert immer. Geht es Euch auch manchmal so?  Aber, was mir einfach immer öfter passiert ist, dass ich das alles sehe, lese und auch höre und immer wieder vor mich hin sage: Ich verstehe die Welt nicht mehr, ich komme da nicht mit. Vieles könnte man mit neuen Gesetzen ändern, vieles mit gutem Willen. Und wenn ich das so denke, dann kommt der nächste Gedanke. Ist das nun so, weil ich mittlerweile zur älteren Generation gehöre und die natürlich wie unsere Eltern früher auch immer sagen, dass das früher alles anders und besser war. Oder ist es tatsächlich so, dass die Welt sich zu schnell dreht und wir alle nicht mehr mitkommen?

So und nun wißt Ihr wieder, was mich manchmal so  beschäftigt und ab und zu muss ich dann auch mal wieder darüber schreiben.

Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Liebe Brigitte,

ich verstehe schon, was dich bedrückt. Doch ich glaube nicht, dass dein Gefühl etwas mit dem Alter zu tun hat. Die Welt dreht sich schneller, oberflächlicher, wir hinterlassen - schon durch Internet und Smartphone - viel zu viele Spuren, wir sind kalkulierbar. Man weiß alles von uns. Es geht nicht um den "Menschen", es geht immer um das Geld.

Ganz sicher hätte man in den letzten 30 Jahren sehr viel verändern können im Bezug auf Flüchtlinge (die Kriegsflüchtlinge meine ich jetzt nicht, die haben immer Vorrang). Weißt du, ich verstehe die Menschen aus Afrika sehr wohl. Sie haben nichts, sie wissen nicht, wie es weitergehen könnte. Sie haben Angst, dass ihre Kinder verhungern. Der Westen hat Afrika ausgebeutet und kräftig Geld gemacht. Sie wissen seit vielen, vielen Jahren, was für eine Flüchtlingswelle auf Europa zurollt. Haben sie Geld geschickt, dann versickerte dies oft in dunklen Kanälen oder sagen wir, die Regierenden haben es sich gerne einverleibt. Hilfe vor Ort war immer das Beste.

Seien wir doch realistisch, und mir geht dieses Gelabber, dass man alle hereinlassen solle, mächtig auf den Geist. Es ist völlig unrealistisch, denn es könnten viele Millionen werden. Und manche der EU-Länder wollen sich da ja auch nicht beteiligen.

Wie du bemerkt hast, ich habe mich weitestgehend zurückgezogen. Mir ging schon das tägliche Posten gewaltig auf den Geist. Wie viel Zeit ging da bloß verloren! Mit mehr Ruhe hat man auch mehr Zeit nachzudenken. Da stelle ich fest, die Gesellschaft hat sich gewaltig gewandelt. Alles dreht sich nur noch um das, was ich der Welt mitteilen will (ich jetzt nicht). Ich befürworte eine Konzentration auf das Wesentliche, auf die reale Welt - sonst geht es irgendwann wirklich den Bach runter. Wir stehen alle unter Kontrolle, es wird immer merkwürdiger. Denk mal darüber nach, was sich in letzter Zeit alles gewandelt hat, wie wir bevormundet werden. Letztendlich - es geht um's Geld! Und um die Manipulation der Menschen.

Also, mach dir bloß kein schlechtes Gewissen.

Liebe Grüße, Brigitte

Irmtraud Kesselring hat gesagt…

Liebe Brigitte,
eigentlich hat Brigitte schon alles gesagt.
Ich denke, dass wir nicht sagen, dass früher alles besser war.
Es war anders, ja das stimmt. Und selbst wenn wir wollten, wir können die Welt nicht verbessern. Und es zeigt sich auch immer wieder: Wenn wir Sachspenden geben, will man das nicht besonders gern haben. Geldspenden sind ihnen lieber - und auch die Flüchtlinge nehmen nicht alles. Ich habe es hier bei uns erlebt. Ich bin tatsächlich hingegangen und tief enttäuscht wieder nach Hause gekommen.
Liebe Grüße
Irmi.

Anonym hat gesagt…

Liebe Brigitte, ich kann Deine Gedanken sooo nachvollziehen. Auch an mir nagt das schlechte Gewissen, wenn ich an all das Elend denke. Und es fängt doch schon in unserer Nähe an. Ganz viele junge Leute haben keine Chance auf einen Arbeitsplatz, werden für ein Taschengeld vermarktet und flüchten sich in eine Welt aus Flitter und Glanz, was immerhin besser ist als Drogen.Jeder von uns muss vielleicht bei seinem "Nachbarn" anfangen, dort zu unterstützen und ein wenig mitzufühlen, dann kann man es schaffen. Es wird aber immer Menschen geben, die dieses schamlos ausnutzen und sich kaputtlachen, dass der andere sich so einbringt. An dieser Mentalität muss man rütteln - aber wie????? Ganz schwieriges Thema und wil das so ist, wird es wahrscheinlich auch kaum eine Änderung geben. Ich wünsche Dir trotzdem einen ganz schönen Mittwoch. Die Sendung "Sing meinen Song" ist einfach nur super. Die sollen sich nur ein bisschen rar machen, sonst ist die Gänsehaut bald "normal"......

Liebe Grüße
Monika Meerschwein

Erica Sta hat gesagt…

Liebe Brigitte,

Du sprichst ein heikles Thema an, und mir damit aus dem Herzen. Sicher ist es, dass wir die Älteren die Welt mit anderen Augen sehen, als die heutige Jugend. Fatal, dass so viele junge Menschen sich jedoch auch nicht sicher und wohlbehalten fühlen, wie es sein sollte.
Sie haben alles und sind trotzdem unglücklich. Ich denke an meine Jugend in München: Damals sparte ich auf einen Kassettenrekorder.... Das dauerte ca. eineinhalb Jahre! Natürlich sehnte ich mich danach, die köstliche Vorfreude ist heute noch gegenwärtig.

Vorhin las ich eine Diskussion zu einem Artikel der NETZFRAUEN. Dort hieß es, dass doch die 50jährigen in der Politik endlich zurücktreten müssten, um den Jüngeren Platz zu machen. Und habe mich hinreißen lassen zu antworten: Dass es genau die unerfahrenen Elitemanager sind, die international Schaden anrichten, den die ganze Bevölkerung dann tragen oder soll ich sagen ausbaden, muss.

Fazit: Es hat sich soviel nicht getan, seit dem römischen Imperium. Brot und Spiele war es damals. Heute sind es Kochduelle, die unsäglich hirnlosen Shows wie DSDS oder Stefan Raab ... und politisch-wirtschaftliche Spielereien!?

Danke für Deinen Post!

Mit sonnigen Grüßen, Heidrun